Was passierte während der Katastrophe?

Was vor Kurzem in München passiert ist, ist mehr als grausam. Der Amoklauf im Münchner Norden ist durch nichts zu entschuldigen. Via Twitter, Facebook und Youtube sind sämtliche Meldungen durchs Netz gelaufen. Schnell wurde deutlich, welche immense Rolle Social Media an diesem Tag spielte. Nahezu jeder hat gepostet, geteilt, kommentiert. Facebook hatte umgehend sein System “Safety Check” aktiviert.

Der Facebook Safety Check

afety Check? Was das ist? – Ein in Facebook integriertes System, das speziell für Krisensituationen entwickelt wurde. Facebook aktiviert diese Funktion immer dann, wenn es zu einer außergewöhnlichen Bedrohung oder Katastrophe kommt. In einer Notsituation greift Facebook auf die Daten der Nutzer zu, um auszuwerten, welche Nutzer betroffen sein könnten und öffnet das Tool. Nun haben diese Nutzer die Möglichkeit, den Status von Freunden zu erfragen und eine Übersicht bzw. den Status all derer einzusehen, die betroffen sind. Und es besteht die Möglichkeit, den eigenen Status einzutragen. Hier gehts zum Safety Check.

Social Media als “Nothelfer”

Dank Social Media konnte man das Geschehen von Anfang an medial mitverfolgen und unter anderem auch mit einigen Betroffenen in Kontakt treten. Erschreckend dabei ist, wie viele Fehlinformationen gestreut werden. Und überraschend ist auch, wie Unternehmen auf eine solche Gräueltat reagieren. Lobenswert sind hier viele Münchner Lokalitäten, die direkt ihre Anteilnahme zeigten und (trotz der Umsatzeinbußen auf eigene Rechnung) Veranstaltungen absagten, um kein weiteres Risiko einzugehen und Rücksicht auf die Betroffenen zu nehmen. Andere Unternehmen haben sofort reagiert und Betroffenen Obdach, ja sogar Verpflegung, angeboten.

Auch die Münchner Bevölkerung reagierte direkt mit einer Aktion auf Twitter unter #offenetüren und half Betroffenen, unmittelbar einen schnellen Unterschlupf zu finden. Ein Mal mehr zeigten die Münchner tiefe Verbundenheit und Solidarität – und dass München zu Recht den Namen “Weltstadt mit Herz” innehat.

Social Media – unverzeihliche Fauxpas

Leider jedoch gibt es auch Negativbeispiele im Bereich der “Krisen-Social-Media”. So schaffte es ein namhafter App-Betreiber nicht, seine Facebook-Werbung während des Amoklaufs zu pausieren. Wie folgt ein Screenshot, aufgenommen zum Zeitpunkt des Geschehens:

app-fauxpas

Hier wird schnell klar, wie Unternehmen in solch einer Situation nicht handeln sollten. Empfehlungen für Parties in München sind in solch einer Situation pietätlos und alles andere als angemessen. Ein eindrucksvolles Exempel dafür, dass Unternehmen sich für bestimmte Themen im Online-Bereich unbedingt sensibilisieren müssen. Alles, was passiert, geht mittlerweile direkt live und in Farbe in Social Media über und verlangt eine unverzügliche, angepasste Reaktion – im Zweifelsfall auch mit Kompromissen oder dem Zurückstellen eigener, kommerzieller Interessen. Es heißt eben nun einmal “Social Media” – und nicht “Commercial Media”…

Pin It on Pinterest

Share This